Fakt Ist

Christian Tischner im MDR: „Fördern und fordern gehören zusammen“

Erfurt. In der MDR-Polittalksendung Fakt ist! aus Erfurt hat Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christian Tischner (CDU), am Mittwochabend zentrale Ziele seiner bildungspolitischen Agenda vorgestellt. Im Mittelpunkt stand dabei die geplante Neufassung der Schulordnung.

Tischner betonte, es gehe um ein modernes Bildungssystem, das klare Leistungserwartungen mit gezielter Förderung verbindet. „Ich will an unseren Schulen Leistung fördern und wertschätzen. Das schafft schulische Erfolge und weniger Schulabbrüche“, so Tischner in der Sendung. Seine Haltung: Gute Bildung funktioniert im Zusammenspiel von „fördern und fordern“.

Ein zentraler Bestandteil der Reform ist die Einführung einheitlicher Verhaltensnoten – sogenannter Kopfnoten – sowie die Wiedereinführung der Möglichkeit, in der Klassenstufe sechs das Schuljahr zu wiederholen. Für Tischner sind das keine Sanktionen: „Leistung muss sichtbar sein – für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für Eltern und Lehrkräfte.“ Die Rückkehr zur Versetzungsentscheidung sei kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um individuelle Förderung gezielter ansetzen zu können und Wissenslücken rechtzeitig zu schließen.

Tischner stellte klar, dass es ihm nicht um Druck oder Auslese gehe, sondern um Verlässlichkeit und Orientierung. Gleichzeitig bekräftigte er die Notwendigkeit, Schulen bei dieser Entwicklung nicht allein zu lassen: „Veränderungen müssen pädagogisch begleitet und strukturell unterstützt werden. Wir investieren deshalb auch in die Ausstattung, die Ausbildung und den Personalschlüssel.“

Dass die Bildungsdiskussion in Thüringen emotional geführt wird, hält Tischner für verständlich – schließlich gehe es um die Zukunft junger Menschen. Umso wichtiger sei es, Debatten sachlich zu führen. „Ich bin offen für den Dialog – aber ich stehe auch zu einer Linie, die Leistung nicht relativiert, sondern anerkennt.“

Die angekündigte Schulordnungsreform wird in den kommenden Monaten weiter konkretisiert. Ziel sei ein Bildungssystem, das fordert, fördert – und Chancen schafft.