Erfurt. Gute Nachrichten für viele Studierende in Thüringen: Mit einer Änderung des Ausführungsgesetzes zum BAföG sollen die Verfahren künftig deutlich schneller und einfacher werden. Ziel ist es, lange Wartezeiten zu verkürzen und finanzielle Engpässe zu vermeiden.
Hintergrund ist eine bisher wenig praktikable Regelung: Das Amt für Ausbildungsförderung beim Studierendenwerk Thüringen war bislang auch für Studierende zuständig, die zwar an privaten Hochschulen mit Sitz in Thüringen eingeschrieben sind, tatsächlich aber ganz woanders in Deutschland studieren. Das führte zu einer hohen Zahl zusätzlicher Verfahren – und zu Verzögerungen, die viele Betroffene hart treffen.
Künftig wird das klarer geregelt: Das Amt in Thüringen ist dann nur noch für Studierende an staatlichen Hochschulen im Freistaat zuständig sowie für Studierende an privaten Hochschulen, die auch ihren Wohnsitz in Thüringen haben. Damit gilt wieder konsequent das Prinzip: Zuständig ist das Amt dort, wo man tatsächlich lebt oder studiert.
"Ich habe in den vergangenen Monaten viele Rückmeldungen von Studierenden bekommen, die teilweise ein halbes Jahr auf ihren BAföG-Bescheid warten mussten. Für manche wurde das zur echten Existenzfrage“, erklärt der Landtagsabgeordnete und Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Christian Tischner. „Das war so nicht akzeptabel. Deshalb habe ich mich des Themas angenommen und wir sorgen jetzt für klare Zuständigkeiten und schnellere Verfahren.“
Die Neuregelung sorgt dafür, dass Anträge künftig dort bearbeitet werden, wo die Studierenden tatsächlich sind. Das verkürzt Wege, vereinfacht Abläufe und entlastet die Behörden.
„Wir räumen damit auch Versäumnisse der Vorgängerregierung auf. Es kann nicht sein, dass junge Menschen wegen unnötiger Bürokratie in finanzielle Schwierigkeiten geraten oder sogar ihr Studium abbrechen müssen“, so Tischner weiter.
Mit der Gesetzesänderung wird ein konkretes Problem vieler Studierender angegangen – mit dem Ziel, ihnen den Rücken freizuhalten für das, worauf es ankommt: ihr Studium.